Geschichte der Magnetfeldtherapie

Die Wirkungsweise eiserner Magneten nutzte man schon im alten Indien 600 v.Chr. zur Entfernung von Pfeilspitzen. Auch im antiken Ägypten und in der alten chinesischen Heilkunst spielte der Magnetismus eine Rolle.

Begründung der neuzeitlichen Therapie

Es war Jahrhunderte später Philippus Theophrastus Aureolus Bombast von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus, der dem Magnetismus regenerierende Eigenschaften zuwies und damit die neuzeitliche Magnetfeldtherapie begründete.
Nach Paracelsus, der von 1493 bis 1541 lebte, forschten die Physiker Luigi Galvani (1737-1798) und Michael Faraday (1791-1867) auf dem Gebiet der Magnetfeldtherapie.
Während Faraday die elektromagnetische Induktion erklärte, experimentierte Galvani mit den Schenkeln toter Frösche, die er auf dem heimischen Balkon auf Drahtgitter gebunden hatte. Und weil diese Froschschenkel bei Gewitter zuckten, konnte Galvani die Wechselbeziehungen zwischen Elektrizität und biologischer Funktion nachweisen.
Diese Erkenntnisse wurden durch die Arbeiten von Alexander Volta (1745-1827) erhärtet. Er erforschte die Wechselwirkungen zwischen den bioelektrischen Abläufen und der Chemie von Körperflüssigkeiten.
Darauf bauten die Forschungen von Pierre Curie (1859-1906) auf. Dem Physiker gelang die Entdeckung des Prinzips des Piezo-Effekts, also der schnelleren Heilung gebrochener Knochen durch die Anwendung elektromagnetischer Felder.

Magnetfeldtherapie bis heute

Die Leitung elektrischen Stroms durch Spulen oder Ringe erzeugt ein künstliches Magnetfeld.
Dieser Wirkmechanismus ist die Basis der modernen pulsierenden Magnetfeldtherapie.
Es war der 1994 verstorbene amerikanische Chemienobelpreisträger Linus Carl Pauling, der die Therapiemethode entscheidend weiterentwickelte. Ihm gelang der Nachweis, dass das Hämoglobin, der eisenhaltige rote Blutfarbstoff, über magnetische Eigenschaften verfügt. Damit war dem Nutzen der Magnetfeldtherapie endgültig der Weg bereitet. Der Thüringer Arzt Oskar Gleichmann stellte Ende der 1960er Jahre sein mit einem elektrisch erzeugten und pulsierenden Magnetfeld arbeitendes Therapiegerät vor.
Auf der Basis dieser Entwicklung wurden die Therapie- und Diagnosegeräte ständig vervollkommnet, um die effektive medizinische Wirkung der Magnetfeldtherapie optimal nutzen zu können.